| |
Reformpädagogische Gesamtschule
Die Gesamtschule will
Freude am Lernen wecken und einen kulturvollen Umgang miteinander entwickeln.
Sie soll die praktischen, geistigen, körperlichen und sozialen Fähigkeiten
der Kinder und Jugendlichen fördern. Sie lernen hier selbstständig
zu handeln, ihre Arbeit zu organisieren und soziale Verantwortung zu übernehmen.
In der Gesamtschule werden Kinder und Jugendliche am Vor- und Nachmittag
pädagogisch betreut. Da sie ganztags in der Schule sind, ist eine
besondere Sicht auf die Schule notwendig. Schule ist hier nicht mehr vorrangig
der Ort der reinen Wissensvermittlung, sondern ein wichtiger Erlebnisraum
der Lebenswirklichkeit und soll als ein reicher, schöner und sinnvoller
Lebensabschnitt erfahren werden. Die Beziehung zwischen Lehrenden und
Lernenden wird ein gemeinsames Miteinander ohne Hierarchien. Die Bereitschaft,
miteinander zum Erfolg zu gelangen, erfordert eine Herangehensweise, die
Schülern, Eltern und allen an Schule beteiligten das Lehren und Lernen
transparent macht.
Eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Arbeit ist die
unmittelbare Umgebung der Kinder und Jugendlichen sowie eine enge Zusammenarbeit
mit den Eltern. Die Gesamtschule will Eltern, Schülern, Pädagogen
und den Schulträger zur Mitverantwortung und Mitwirkung gewinnen.
Sie können sich entsprechend ihren Möglichkeiten in den Schulalltag
einbringen und in demokratischen Gremien mitwirken.
Die gebundene reformpädagogische Gesamtschule setzt die Bildungs-
und Erziehungsarbeit reformpädagogischer Kindertagesstätten
fort. Sie beginnt aufbauend mit der Jahrgangsstufe 1 und wird bis zur
Jahrgangsstufe 10 zweizügig und in der Sekundarstufe II einzügig
geführt. Der Schulbetrieb wird zum 01.08.2004 aufgenommen. Die Unterrichtsstruktur
(jahrgangsgebunden, jahrgangsübergreifend oder fächerverbindend)
und die reformpädagogische Umsetzung der Rahmenpläne (nach Jürgen
Reichen und / oder Montessori) sind von der Qualifikation und den Intentionen
der Lehrkräfte abhängig. Der Unterricht erfolgt in geführten
und offenen Formen, die im Stundenplan ersichtlich werden.
Das vorliegende Konzept wird durch ein Schulprogramm konkretisiert, wobei
jeweils die Arbeit in den Schulstufen und Schulformen detailliert mit
dem Pädagogenkollegium beraten und entwickelt wird.
Zielsetzung
Pädagogischer
Ansatz
Die Gestaltung des Lernens
Die Rolle der Lehrer
Der Werkstattunterricht
Projektunterricht
Die Organisation
des Unterrichts
Sprachlicher Aspekt
Naturwissenschaftlich - mathematischer Aspekt
Fremdsprachlicher Aspekt
Künstlerischer Aspekt
Musisch - darstellender Bereich
Künstlerischer und handwerklicher Bereich
Sportlicher Aspekt
Integration
Bewertung
und Zensierung
Der organisatorische
Ablauf des Schultages
Für die Kinder und Jugendlichen
Für die Lehrer
Die Gestaltung der
Lernumwelt und des Schulklimas
STELLA - Die Geschichte
Vor vielen Mond- und Sternenjahren war es, da lebte in den unermesslichen
Weiten des Himmels ein klitzekleines Sternenmädchen.
Es hatte natürlich - wie es sich für ein klitzekleines Sternchen
gehört - auch Eltern. Die waren Sterne und kein bisschen klein. Manchmal
waren sie streng, und manchmal waren sie überhaupt nicht streng.
Am liebsten saß die ganze Familie - der Vater Stern, die Mutter
Stern und das klitzekleine Sternchen - am Abend vor dem winzigen Sternenhäuslein
und leuchtete. Und weil sie sich dabei wirklich viel Mühe gaben leuchteten
sie heller als die Nachbarsterne. Jedes Mal, wenn unsere Sternenfamilie
sehr hell leuchtete, liefen die Menschen auf der Erde aus den Häusern
und blickten staunend und voller Freude in den Himmel. Die menschlichen
Sternenforscher putzten fleißig ihre Fernrohre um zu ergründen,
weshalb die drei Sterne so hell leuchteten. Aber sie fanden keine Erklärung
dafür. Da rauften sie sich voller Zorn die Bärte und rissen
sich büschelweise die Haare von den Köpfen.
Ja, so war das jedes Mal! Die klugen Forscher haben nie begriffen, dass
Menschen und Tiere und Sterne, sind sie mit sich und der Welt zufrieden,
eine ganz besondere Ausstrahlung haben. Die Menschen sind dann freundlich,
die Tiere zutrau1ich und die Sterne leuchten hell und spenden so Trost
und Zuversicht.
Das Sternchen wuchs, von den Sterneneltern behütet, zu einem sehr
schönen Sternenmädchen heran und eines Tages, es war an einem
Sternenfreitag, kam es in die Sternenschule. Dort drängten sich die
Sternenkinder neugierig. wie auch die Menschenkinder, um zu sehen, wie
eine richtige Schule von innen, außen, von oben und unten aussah.
Unser Sternenmädchen war´s zufrieden, küsste seine Sterneneltern
auf die Sternenzacken und setzte sich den Unterricht zu erleben. Und der
war wirklich aufregend. Es wurde gesungen und erzählt, gemalt und
Musik gemacht, geschrieben und gerechnet. So ging das einige Jahre lang,
und an einem Tag, es war diesmal ein Sternendienstag, kam das Sternenmädchen
nach Hause, warf die Schulmappe in die Ecke ihres Zimmers und sagte laut
mit bitterbösem Gesicht: "Schule ist blöd!" Da liefen
alle Sternenverwandten zusammen, die Großeltern und die Cousinen
und deren Freundinnen und Freunde. Es waren so viele, dass die Milchstraße
schon ein wenig eng wurde.
"Aber warum ist die Schule blöd?" fragten die Großeltern,
die Cousinen und deren Freundinnen und Freunde.
"Weil es eben keinen Spaß mehr macht In die Schule zu gehen",
antwortete unser Sternenmädchen mit immer noch bösem Gesicht.
"Es wird nur noch gebüffelt und pariert und funktioniert! Miteinander
fröhlich sein und ein wenig Spaß haben und auch mal Dinge tun,
die nicht zum Schulalltag gehören, das möchte ich erleben. Jawohl!"
"Nun ja", sagten die Verwandten unsicher und gingen still
auseinander.
Am nächsten Tag, es war ein Sternenmittwoch, ging das Sternenmädchen
zum leitenden Sternenschulleiter. Der saß hinter seinem großen
Schreibtisch und 1euchtete nur sehr schwach. "Wir sollten eine Schule
haben, in der es hell ist und fröhlich, in der tüchtig gelernt
wird, Theater gespielt, gesungen wird, in der Bilder gemalt und Bücher
geschrieben werden, und das den ganzen Tag lang und für alle Schüler
und Lehrer", sagte das Sternenmädchen ein wenig zu energisch.
Der Schulleiter hatte schweigend die leidenschaftliche Rede des Mädchens
gehört und war unsicher geworden. Da es sich aber für einen
leitenden Sternenschul1eiter nicht gehört unsicher zu sein, sagte
er schließlich mit lauter Stimme: ,,Nein und hundertzehnmal Nein!
Die Schule bleibt so, wie sie ist! Werde erwachsen, eine leitende Sternenschulleiterin
und setze dann deine Vorstellungen in die Wirklichkeit um!" Und dann
wies er das Sternenmädchen aus dem Zimmer. Am Nachmittag ging das
Mädchen nach Hause, warf die Schulmappe in die Ecke ihres Zimmers,
weinte zwei klitzekleine Sternentränchen und sagte trotzig: "Jawohl,
das werde ich, und wenn eintausend Sternenjahre darüber vergehen!"
Die Eltern gingen bedrückt in den Sternengarten und sagten unsicher:
"Ojemine!" Das sagten sie noch sieben Mal, dann buddelten sie
fleißig in der Sternenerde.
Unser Sternenmädchen aber tat, was es sich vorgenommen hatte. Es
lernte von früh bis spät und von spät bis früh, und
so, wie der Schul1eiter es ihr geraten hatte, geschah es; das Sternenmädchen
wurde eine Sternenlehrerin. Und eine Frau wurde sie, und eine sehr schöne
dazu. So war es überhaupt kein Wunder, dass sich viele junge Sternenmänner
um sie bewarben. Sie leuchteten um die Wette und prahlten mit ihren Sternenzacken.
Dann kam einer, der hielt sich nicht lange mit Leuchten und Prahlen auf.
Er nahm unser Sternenmädchen bei der Zacke und sagte einfach: "Bitte,
werde meine Frau!"
Ja, so war das! Unsere Sternenfrau hätte nun einfach bloß
glücklich sein können und in den Tag Hineinleben. Doch der Gedanke
eine Schule zu gründen, die nicht vorrangig nur der Ort der Wissensvermittlung
war, sondern ein wichtiger Erlebnisraum der Lebenswirklichkeit, den die
Sternenkinder als einen reichen, schönen und sinnvollen Lebensabschnitt
erfahren sollten, bohrte sich wie ein Holzbock in ihre Träume. "Ich
werde dir bei allen Dingen helfen", sagte ihr Sternenmann, und so
geschah es, dass die Sternenfrau sich bei dem allerobersten Sternenschulleiter
anme1dete und ihm von ihren Vorstellungen erzählte. Der saß
hinter einem großen Schreibtisch und leuchtete nur sehr schwach.
"Alles sehr schön", sagte er schließlich, "doch
undurchführbar! Ich kann Ihnen da überhaupt nicht helfen!"
Nachdem er das gesagt hatte, leuchtete er kein bisschen mehr.
Da beschloss unsere Sternenfrau, ihr ehrgeiziges Vorhaben im gesamten
Sternenreich bekannt zu machen und so nach geeigneten Mitarbeitern zu
suchen.
Und tatsächlich kamen viele Sternenfrauen zu ihr und boten ihre Mitarbeit
an. Und sie setzten sich zusammen und berieten lange, wer ihnen bei der
Gründung der Sternenschule von besonderem Nutzen sein könnte.
Da wusste eine Sternenfrau von einem jungen und sehr klugen Sternenmann
zu berichten, der ein überaus wichtiger Mitarbeiter im Sternenverbund
sei. Unsere Sternenfrau beschloss ihn um Hilfe zu bitten, zog sich ihr
schönstes Sternenkleid an und machte sich auf die Suche nach dem
Sternenverbundmann. Sie fand ihn ohne viel Mühe. Er saß hinter
seinem Schreibtisch und leuchtete hell.
"Ich möchte gerne Ihre Vorstellungen von einer besonderen Schule
hören", sagte er freundlich und hörte geduldig die Rede
der Sternenfrau.
Nachdem er genug gehört hatte, sagte er beeindruckt: "Ich werde
Ihnen in allen Dingen helfen!" Sie reichten sich die Hände und
leuchteten dabei so hell, dass die Sternengucker auf der Erde wieder zu
ihren Fernrohren liefen. Und fortan fassten alle, die an die Idee unserer
Sternenfrau glaubten, mit an, und nach viel Arbeit und Mühen konnte
die besondere Sternenschule eingeweiht werden. Es geschah im Jahr der
Sterne 2004, am neunten August. Unsere Sternenfrau hatte mit der Hilfe
Vieler ihren Traum erfüllt.
Sie erhielt bei der Einweihung eine große Urkunde und wurde Sternenschulleiterin.
Ob die Geschichte nun zu Ende ist?
Nein, sie beginnt jetzt erst richtig - aber das wisst ihr doch viel besser
als ich!
Dietmar Kruczek
|